Erläuterungen zur Weisheit der Woche


"Dreißig Speichen umgeben eine Nabe:
In ihrem Nichts besteht des Wagens Werk (yòng).
Man höhlet Ton und bildet ihn zu Töpfen:
Im ihrem Nichts besteht der Töpfe Werk.
Man gräbt Türen und Fenster, damit die Kammer werde:
In ihrem Nichts besteht der Kammer Werk.
Darum: Was ist, dient zum Besitz.
Was nicht ist, dient zum Werk."

Laozi (Laotse)

Pohl, Karl-Heinz (Übers.): Zeitschrift f. Qigong Yangsheng 2013. Hrsg. Med. Ges. f. Qigong Yangsheng.[Laozi: Daodejing, Kap.11], S.52

Laozi umschreibt hier das Unbenennbare in seinem Wirken. Das Wesentliche an den erwähnten Gegenständen (dem Seienden) ist der leere Raum.
vgl. ebd., S. 52




"Die Menschen wollen alle nach oben, aber das Wasser fließt zum niedrigsten Punkt. Dieses Prinzip, zum Grunde hinabzufließen, ist der ,Palast des dao`, es ist das Instrument des wahren Herrschers".(1)
Guanzi

Meister Guan ist als historische Person nicht greifbar, das Werk Guanzi wurde vermutlich zur Zeit der Han-Dynastie (206 v. Chr. - 220 n. Chr.) kompiliert, enthält aber auch älteren Text.(2)
Das Wasser wird als Sinnbild der daoistischen Lebenshaltung gerne mit den Eigenschaften des Dao verglichen.(3) Die Yin-Qualitäten, das nach unten Fließende, das Weiche, Nachgiebige, das sich Wandelnde, das Passive werden zum Maßstab einer methodisch erfolgreichen Lebensgestaltung mit dem Ziel der eigenen Annäherung an das Dao als Urgrund. Darüber hinaus gilt für die Regierenden der Zustand in Einheit mit dem Dao als wirkungsvollste Technik des Herrschens.

Im Ausfüllen der Niederungen, die die Mehrzahl der Menschen meiden, ist das Dao dem Wasser gleich, wie Laozi in seinem Daodejing beschreibt.(4) Diese Entsprechung finden wir im Qigong in der körperlichen Umsetzung. Der Fokus liegt zunächst auf dem unteren Dantian im Unterbauch, wir setzen uns nach unten ab, ein Sitzen im Stehen, wodurch der Schwerpunkt des Körpers nach unten verlagert wird. Wir sammeln die Kraft unten, schaffen eine gesunde Basis, die ein sicheres Steigen der Energie ermöglicht: Wer fliegen will, braucht eine starke Wurzel.

1) Schlombs, Adele/Ströber, Eva: Zeitschrift f. Qigong Yangsheng 2012. Hrsg. Med. Ges. f. Qigong Yangsheng.[Guanzi], S. 18
2) vgl. ebd., S. 16
3) vgl. ebd., S. 18
4) Laudse (Übers. Schwarz, Ernst): Daudedsching. 6. Aufl., Leipzig: Philipp Reclam jun. 1978, [Vers 8], S. 54

 


>>Der höchste Glaube und das höchste Streben im Daoismus sind das "dao". Sie (die Daoisten I.K.) gehen davon aus, dass die Welt und alle Dinge ihren Ursprung im "dao" haben, sie vertreten die Meinung, dass "alles, was eine Form hat, die Wesensnatur (xing) des "dao" enthält." Das bedeutet, dass alle Dinge Faktoren des dao beinhalten, alle haben die Hoffnung, sich weiter zu entwickeln, auf unterschiedliche Art und mit unterschiedlichen Methoden die Daseinsform des Lebens auf eine höhere Ebene zu bringen, um den Bereich der Einheit mit dem "dao" zu erlangen.<<
Li Hechun (Übers. Bartl, Marlies): in Zeitschrift f. Qigong Yangsheng 2017. Hrsg. Med. Ges. f. Qigong Yangsheng., S. 155

Li Hechun ist der derzeitige Abt des daoistischen Zhizhen-Tempels in Chengdu. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen über daoistische Kultur und Rituale.




„Das Dao ist der Herr des Geistes. Der Geist ist der Herr des Qi. Das  Qi ist der Herr der körperlichen Gestalt. Die körperliche Gestalt ist  der Herr des Lebens. Gibt es kein Leben, endet die Form. Endet die Form,  endet das Qi. Endet das Qi, endet der Geist. Endet der Geist, kommt das  Endlose. Das nennt man das >>Ende ohne Ende<<.“

Zhonghe Ji – Anthologie der Harmonie der Mitte

Darga, Martina (Übers.): TAO – Wege der taoistischen Lebenskunst. München: O.W. Barth 2014, S.134 f., Zhonghe Ji [Kap.1, S. 5b]

Autor des Zhonghe Ji ist Li Daochun (ca. 1219-1296). Er stammte aus der  heutigen Provinz Hunan, war Daoist und Abt des Tempels des Langen Lebens  in Yizhen. Sein Schüler Cai Zhiji sammelte die philosophischen  Abhandlungen, Gedichte, Lieder und Dialoge. Er gab sie im Jahr 1306  heraus. Das Werk beinhaltet Gedanken über die letzte Wirklichkeit, die  Ureinheit, und komplementäre Paare wie Körper und Geist, Ruhe und  Bewegung, Substanz und Funktion, Kontraktion und Expansion usw..  Interessant ist u.a. die zentrale Aussage der Übereinstimmung eines  authentischen Kerns der drei Lehren Konfuzianismus, Buddhismus und  Daoismus. Das völlige Erwachen des Buddhismus, das Allerhöchste (taiji)  des Konfuzianismus und das Goldene Elixier der daoistischen Inneren  Alchemie (jindan) setzt er gleich.
vgl. Darga, S. 262




"Das Tao verblaßt, wenn aus Offenheit Geist, aus Geist Energie und aus Energie Form wird. Ist die Form geboren, wird davon alles vereitelt. Das Tao ist in seinem Wirken, wenn aus Form Energie, aus Energie Geist und aus Geist Offenheit wird. Ist die Offenheit klar, so ist dadurch alles im freien Fluß."
Tan Jingsheng

Cleary, Thomas (Übers., Hrsg.): Das Tao der weisen Frauen. Der weibliche Weg der inneren Entwicklung. Übers. aus dem Amerikan. Jochen Eggert. 1. Aufl., Bern u.a.: O.W. Barth 1993, S. 32

Ausgehend von der Vorstellung alles entstünde aus der wahren Leere und aus deren "Stoff", der sich verdichten sowie weiten und öffnen kann, hat der Mensch die Möglichkeit, mittels taoistischer ("daoistischer" Pinyin Umschrift) Techniken die Richtung seiner Entwicklung in einen offeneren Zustand zu lenken.
Neben diesem hohen Anspruch ist an der Basis in der chinesischen Medizin ebenfalls das Lösen von Blockaden, Stauungen, Verdichtungen von Qi und Körperflüssigkeiten eine bedeutende therapeutische Methode (vgl. Despeux 2018), im Qigong ganz besonders. Daher sollte die Vorstellung des "Sich Weitens", "Raum-Schaffens" zwischen den einzelnen Körperzellen beim regelmäßigen Üben, was auch während der Alltagsbeschäftigungen sein kann, präsent sein.

Despeux, Catherine. Schmerz in der chinesischen Medizin - dreitausend Jahre Erfahrung. Zeitschrift für Qigong Yangsheng. 2018, S. 13 ff.




"Die Eine Energie des Himmels und der Menschen ist ursprünglich dieselbe, doch der Körper hält sie zurück, und sie kann sich nicht vereinigen. Läutere den Körper soweit, daß er mit dem Geist verschmilzt, und du wirst erkennen, daß der Stoff derselbe ist wie die wahre Leere."
Sun Bu-Er

Cleary, Thomas (Übers., Hrsg.): Das Tao der weisen Frauen. Der weibliche Weg der inneren Entwicklung. Übers. aus dem Amerikan. Jochen Eggert. 1. Aufl.. Bern u.a.: O.W. Barth 1993, S. 73

In der daoistischen Geschichte finden sich zahlreiche Legenden über weibliche und männliche Unsterbliche. Sun Bu-Er gehört zu den weisen Frauen und erlangte mittels Innerer Alchemie die Unsterblichkeit.
Die Innere Alchemie entwickelte sich während der Tang-Dynastie (618-907) unter Verwendung älterer Qi-Techniken. Das Qi wird in einem Verwandlungsprozess allmählich verfeinert, das Gehirn genährt, große Mengen Qi mittels unterschiedlicher Methoden aufgenommen  und durch den Körper geführt, die Organe gereinigt und einzelne Dantian verbunden, die Konzentration auf bestimmte Bereiche des Körpers fokussiert und buddhistische Meditation praktiziert. (vgl. Despeux, S.37 f.)
Es gibt verschiedene Stufen in der Entwicklung der Unsterblichkeit. In den höheren Stufen ist der Geist nicht mehr an den Körper gebunden und kann sich frei bewegen. Auf den unteren Ebenen ist der Mensch kräftig und gesund. (vgl. Cleary, S. 70 f.) Sun Bu-Er gehört zu den beliebtesten Gestalten in der Überlieferung über Unsterbliche bei der chinesischen Bevölkerung. Ihr daoistischer Titel lautet "Klarer und Stiller Freier Mensch". (vgl. Cleary, S. 37)
Die Techniken zur Verwandlung sind traditionell für Frauen und Männer etwas unterschiedlich. Im Werk "Das Tao der weisen Frauen" kommt Sun Bu-Er zu Wort und beschreibt die Vorgänge. Als Anleitung ist es dennoch ungeeignet. Die Techniken der Inneren Alchemie bedürfen einer peinlichen Überwachung von erfahrenen und ausgebildeten Praktikern, da sie leicht Schaden anrichten können. Im "Mark des roten Phönix" heißt es, dass man sich zugrunde richtet, wenn man die Innere Alchemie ohne Lehrer praktiziert. Aber gewisse Grundlagen werden im normalen Qigongunterricht geschaffen.

Despeux, Catherine (Übers.): Das Mark des roten Phönix. Uelzen: ML 1995
Cleary, Thomas (Übers., Hrsg.): Das Tao der weisen Frauen. Der weibliche Weg der inneren Entwicklung. Übers. aus dem Amerikan. Jochen Eggert. 1. Aufl.. Bern u.a.: O.W. Barth 1993




"Hast Du den wahren Meister nicht gefunden, versuche nicht es dir zurechtzulegen."
Zhang Boduan

Lüdi Kong, Eva (Übers.): Zeitschrift f. Qigong Yangsheng 2018. Hrsg. Med. Ges. f. Qigong Yangsheng., S.35, [Zhang Boduan: Wuzhen Pian, 59. Gedicht]

Zhang Boduan, Gelehrter und Begründer der südlichen Schule der Inneren Alchemie, lebte von 987 - 1082 n. Chr.. Das Wuzhen Pian gilt als Standardwerk der Inneren Alchemie, da es allein deren gesamten Wandlungsprozess darlegt.
vgl. Cleary, Thomas (Übers., Hrsg.): Chang Po Tuan: Das Geheimnis des goldenen Elixiers. Die „innere Lehre“ des Taoismus von der Verschmelzung von Yin und Yang. Bern u.a.: O. W. Barth 1990




"Nicht erst dann heilen, wenn eine Krankheit vorliegt, sondern bevor eine Krankheit entsteht."
Huangdi neijing, Su wen

Lüdi Kong, Eva (Übers.): Zeitschrift f. Qigong Yangsheng 2018. Hrsg. Med. Ges. f. Qigong Yangsheng, S.25, Huangdi neijing, Su wen

Das Huangdi Neijing Su wen ist ein wichtiger Klassiker der Traditionellen Chinesischen Medizin. Übersetzt wird der Titel u.a. mit "Innerer Klassiker des Gelben Fürsten" oder "Buch des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin". Schon während der Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.) unter anderem Namen vorliegend, wurde es im Laufe der Jahrhunderte erweitert und wechselte mehrmals die Bezeichnung. Es befasst sich vor allem mit der äußeren Anwendung von Behandlungen wie z.B. der Akupunktur und Moxibustion und der Organ- und Meridian-Theorie. Die Priorität und der Fokus auf der Prävention in der TCM werden hier bereits deutlich. Das medizinische Qigong ist eine der Therapiemethoden dieser Heilkunst.




Das Dao liegt in deinem Körper. In deinem Körper ist noch ein Mensch verborgen. Ob du schläfst oder wachst, stets ist er dein enger Gefährte. Beim Sehen und Hören, beim Sprechen und Handeln - immer seid ihr ganz eng miteinander verbunden. Er ist aber nicht das Bewusstsein des unterscheidenden Wissens der manifestierten Welt. Sondern er entspringt der wahren Essenz, dem wahren Qi und dem wahren Geist. Suchst du ihn in konkreten Gestalten oder Formen, dann siehst du im Sklaven den Herrn und bist für immer verloren.
Liu Yiming - Aufzeichnungen über das Erwachen zum Dao
Darga, Martina (Übers.): TAO – Wege der taoistischen Lebenskunst. München: O.W. Barth 2014, S.137, Wudao Lu 65. Lied , [S. 626]

Der Autor des Wudao Lu, Liu Yiming (1743-1821), war ein Meister der Inneren Alchemie und Patriarch der Drachentor (Longmen)-Schule. Als Jugendlicher schwer erkrankt wurde er von einem daoistischen Meister geheilt. Zwei Jahre darauf begann er mit der Erforschung des Dao. Er reiste 13 Jahre durch China und wurde Schüler von zwei Meistern, die ihn in der Inneren Alchemie unterwiesen. Er lebte einige Jahre als Einsiedler und verfasste mehrere Werke, die unter dem Namen "12 Bücher über das Dao" publiziert und bis in unsere Zeit mehrfach aufgelegt wurden. (vgl. Darga, S. 258 f.)

Zum "wahren Qi":
Der Mensch nimmt das kosmische Qi aus der Atmung, das Nahrungsqi aus dem Essen auf und wird mit der Geburt mit dem Ursprungsqi, dem Yuanqi, ausgestattet, das in den Nieren gespeichert wird. Alle drei Qi-Arten verbinden sich zum "wahren Qi", das den Organismus durchströmt und den Körper nährt und belebt. (vgl. Brauner, S. 185) Das Yuanqi ist die subtilste Form des Qi in seinem undifferenzierten vorgeburtlichen Zustand. Dieses, auch "primäres Qi" genannte Qi, wird zum Teil als Synonym für das Dao genutzt. Es befindet sich im Sinne eines "Urchaos" noch jenseits der Polarität von Yin und Yang. Der daoistische Adept verfeinert sein Qi bis die differenzierte Welt sich wieder aufzulösen beginnt. (vgl. Engelhardt, S. 10 f.) Das ist gemeint mit "zurück zum Ursprung" in der daoistischen Praxis.


Zur "wahren Essenz":
„Das Dao als Mutter ist der kosmische Grund, aus dem alles Sein entspringt und zu dem alle Lebewesen zurückkehren. Es ist die Quelle und Essenz des ganzen Universums, die alles umfassende und nährende Kraft am Ursprung der Welt.“ (Livia Kohn, S. 30)


Zum "wahren Geist" s.u. unter: Der spirituelle Geist (shén) in der alten chinesischen Philosophie


F. Anders, V.E. Brauner, A. Zock: Taiji - Atemenergie und Biomechanik. Aachen: Shaker Media 2016
Ute Engelhardt: Die klassische Tradition der Qi-Übungen (Qigong). 2. Aufl. Uelzen: ML 1997
Livia Kohn: Zeitschrift f. Qigong Yangsheng 2017. Hrsg. Med. Ges. f. Qigong Yangsheng




Wandelt sich der Körper, existiert Leben. Existiert Leben, existiert auch der Tod. Heraus ins Leben zu gehen und dann in den Tod einzutreten, das ist das Gesetz für alle Manifestationen.

Wandelt sich das Qi, existiert das Leben nicht. Existiert das Leben nicht, existiert auch der Tod nicht. Kein Leben, kein Tod - das ist das Gesetz für den Geist.
Zhonghe Ji - Anthologie der Harmonie der Mitte

Darga, Martina (Übers.): Tao - Wege der taoistischen Lebenskunst. München: O.W. Barth 2014, S. 134, Zhonghe Ji, Kap.1, [S. 5a]

Über das Qi aus einem daoistischen Text:
„Das Qi ist der Himmel, das, was Beziehung herstellt, das, was alles durchdringt; es ist der Wind, die Bewegung, die Verwandlungen, die Atmung, das, was leicht ist, was sich erhebt, davonfliegt, sich zerstreut, sich öffnet und strahlt, es ist das Licht.“

Catherine Despeux (Übers.): Das Mark des roten Phönix. Uelzen: ML 1995. S. 27. T.38, Fasz. 28, Taishang shengxuan sanyi rongshen bianhua miaojing [S.11b]




Mach dich nicht zum Sklaven des Ruhms. Mach dich nicht zu einem Lagerhaus voller Pläne. Lade dir nicht die Bürde von Geschäften auf. Mach dich nicht zum Herrscher des Wissens. Verkörpere das Unerschöpfliche und wandere im Nicht-Seienden. Erfülle bis zum Äußersten das, was du vom Himmel empfängst, aber stelle nicht zur Schau, was du erhalten hast. Sei leer und sonst nichts!

Der höchste Mensch gebraucht sein Herz wie einen Spiegel. Er hält nichts fest und geht nichts entgegen. Er wirft ein Echo zurück, aber hortet nicht. Daher kann er das Weltliche übersteigen ohne Schaden zu nehmen.
Zhuangzi

Darga, Martina (Übers.): TAO – Wege der taoistischen Lebenskunst. München: O.W. Barth 2014, S.88f., Zhuangzi. Kap. 7, 6. Abschnitt

Zur Erklärung des Begriffes "Herz" siehe weiter unten die Erläuterungen zu "Geist des Herzens".




"Unter den Vorfahren des Kung Dsi (Konfuzius I.K.) war einer, der, als er den ersten Rang erhielt, mit gebeugtem Haupt umher ging; als er den zweiten Rang erhielt, da ging er mit gebeugtem Rücken; als er den dritten Rang erhielt, da duckte er sich und drückte sich an der Wand entlang. Wer möchte nicht ihn zum Vorbild nehmen! Aber die gewöhnlichen Menschen, wenn sie den ersten Rang bekommen haben, gehen stolz erhobenen Hauptes umher; wenn sie den zweiten Rang erhalten haben, so sitzen sie voll Anmaßung im Wagen; haben sie den dritten Rang erhalten, dann nennen sie alle ihre Oheime beim Vornamen." ...

Zhuangzi
Wilhelm, Richard: Das wahre Buch vom südlichen Blütenland/Dschuang Dsi. München: Hugendubel 2002, S. 292




"Nüchterne Erkenntnis:
Kleine Schweine, besungen von einem Betrunkenen

Am Gatter des Schweinepferchs halte ich mich,
Betrachte genüsslich die Ferkelschar:

Sieh da! Ein Ferkel, ein Starkes,
Das die anderen beherrscht und vertreibt.

Verschlingt dieses Starke nun wirklich
Das Schweinefutter allein,

Gereicht es ihm kaum zum Vorteil
Zuerst dick und fett zu sein."

Anonymus, Qing-Zeit (1644-1911)


Manfred Dahmer: Zeitschrift f. Qigong Yangsheng 2018. Hrsg. Med. Ges. f. Qigong Yangsheng., S.64

Ein gängiges Motiv wird hier aufgegriffen. Es zeigen sich Parallelen zu Laozis Vers 78:
„Nichts in der Welt
ist geschmeidiger und weicher als das Wasser,
doch nichts kann besser als es
dem Festen und Harten zusetzen. –
Denn es lässt sich nicht wandeln.

Dass das Wasser das Massive besiegt,
dass das Weiche das Harte besiegt –
keiner auf der Welt, der das nicht wüsste,
und doch keiner, der es anzuwenden vermag.“ [...]

Übertragen von Hans Georg Möller.

Oder auch das I Ging hierzu, einer der ältesten Klassiker Chinas, übersetzt von Richard Wilhelm:
"Feste Entschlossenheit und Klarheit im Inneren,
sanfte Anpassung und Stärke im Äußeren:
Das ist der Weg, etwas zu erreichen."

Bei Zhuangzi (Kap.20), 4. Jhd. v. Chr., finden sich Hinweise auf den Vorteil der Zurückhaltung in der Erlangung höchster gesellschaftlicher Positionen. Und die "Reise in den Westen" aus dem 17. Jhd., übersetzt von Eva Lüdi Kong, erzählt uns vom Unsinn von "Kampf um Ruhm und Streit um Gunst", denn bei allen "Müh´n"..."für Kleid und Speise" wird nicht bedacht, dass bald "der Höllenfürst sie holt".




"Himmel und Erde sind die größten der gestalteten Dinge; Yin und Yang sind die größten der qi (der `energetischen Konstellationen`); das Dao aber umschließt alles."

Ute Engelhardt: Die klassische Tradition der Qi-Übungen (Qigong). 2. Aufl. Uelzen: ML Verlag 1997, S. 11, [Zhuangzi, Kap. 25]

Yin und Yang sind die beiden Prinzipien, in die alle Erscheinungen der Welt im Sinne des Dualismus unterteilt werden. Die Yin-Qualität entspricht z.B. mehr der Ruhe, der Kühle, der Verdichtung, der Materie; das Yang dem Feuer, der Bewegung, der Wärme. Beide Eigenschaften sind in allem in unterschiedlichem Ausmaß enthalten. Die jeweilige Betonung fluktuiert. In der Fachliteratur besteht Uneinigkeit über die Bewertung der beiden Polaritäten. Zum einen wird eine wertfreie Betrachtung in der alten chinesischen Philosophie angenommen, zum anderen wird eine gewisse Aufwertung des Yin-Prinzips, des Weiblichen und Nachgebenden postuliert, so z.B. bei Laozi über die Weichheit des Wassers (Yin), die das Harte (Yang) besiegt.




"Die Methode, den Körper zu nähren
Der wahre Körper ist ohne Form. Er ist nicht leer und er existiert nicht. Es gibt für ihn kein Hinten und kein Vorne, kein Unten und kein Oben. Er ist nicht kurz und auch nicht lang. Gebrauchst du ihn, dringt er überall durch. Verbirgst du ihn, ist er der Wahrnehmung entzogen und ohne irgendeine Spur.
Wenn du dieses Dao richtig verstehst, kannst du ihn (den wahren Körper) nähren. Nährst du ihn viel, wirst du auch viele Verdienste haben. Nährst du ihn wenig, wirst du nur wenige Verdienste haben. Blick dich nicht um und bleib nicht am Weltlichen hängen. Dann geschieht das Gehen und Bleiben auf natürliche Weise."
Darga, Martina (Übers.): Tao - Wege der taoistischen Lebenskunst. München: O.W. Barth 2014, S. 133, Fünfzehn Abhandlungen von Chongyang zur Begründung seiner Lehre, Wang Chongyang. 14. Abhandlung, [S. 5b]

Der "wahre Körper", Fashen (wörtlich Gesetzeskörper), ist im Buddhismus "Dharmakaya" und meint die letzte Wahrheit und die Buddhanatur im Menschen.

"Blick dich nicht um...": Sowohl in anderen daoistischen Texten wie auch bei verschiedenen christlichen Mystikern werden Erinnerungen als hinderlich zur Erreichung des Ziels eingestuft.

Zur Leere: siehe weiter unten




"Ich habe nur daher so große Kümmernisse, weil ich einen Körper (ein Selbst) habe. Hätte ich keinen Körper (kein Selbst), wie könnte ich dann Kümmernisse haben?"
Darga, Martina (Übers.): Tao - Wege der taoistischen Lebenskunst. München: O.W. Barth 2014, S. 122,
Daodejing, Laozi. Abschnitt 13




"Versuch nicht, einen großen Wagen vor Dir herzudrücken
Du wirbelst doch nur Staub auf über Dir
Lad Dir nicht Deine hundert Ängste auf den Rücken
Das macht Dich krank, Du bist unglücklich hier

Versuch nicht, einen großen Wagen vor Dir herzudrücken
Der Staub lässt Deine Augen doch erblinden
Lad Dir nicht Deine hundert Ängste auf den Rücken
Denn Unvollkommenheit wird nie verschwinden

Versuch nicht, einen großen Wagen vor Dir herzudrücken
Dann wirst Du nur des Staubes dunkle Wolken sehen
Lad Dir nicht Deine hundert Ängste auf den Rücken
Das macht Dich schwer – und Du wirst untergehen"

Buch der Lieder 206

Dahmer, Manfred: Lass die Bilder klingen. Gedichte aus dem Chinesischen. Uelzen: ML 2007, S. 81

Die früheste erhaltene Version dieses Textes stammt von den Brüdern Mao (2. Jhd. v. Chr.) aus der Sammlung chinesischer Gedichte "Buch der Lieder", entstanden in der Zeit des 10.- 7. Jhd. v. Chr..




Über Worte und Wirklichkeit

"Was wir sehen, sind Formen und Farben, was wir hören, sind Worte und Töne. Zu ihrem Unglück
stellen sich die Menschen vor, dass sie mittels dieser Formen und Farben, dieser Worte und Töne die Wirklichkeit erfassen. Darin irren sie sich aber, denn wenn man wahrnimmt, spricht man nicht, und wenn man spricht, nimmt man nicht wahr."
Zhuangzi
Jean Francois Billeter: Das Wirken in den Dingen. Vier Vorlesungen über das Zhuangzi. Übers. aus dem Franz. Thomas Fritz. 2. Aufl. 
Berlin: Matthes & Seitz 2017, S. 24

Die Wirklichkeit sei nicht zu verwechseln mit dem, was wir sehen. Wir besitzen ein Werkzeug, das Auge, das uns Formen und Farben sehen lässt. Hätten wir ein anderes Werkzeug, würden wir anderes erfassen. Auch Worte seien ungeeignet, die Wirklichkeit zu erkennen, da der Mensch nicht gleichzeitig reden und wahrnehmen könne. Diese Schlussfolgerung spricht der Philosophie als Akt der Benennung und Eingrenzung durch Worte das Potential ab, die letzte Wirklichkeit zu ergründen. Hier noch zur weiteren Veranschaulichung die entsprechende Textpassage nach der Übersetzung von Richard Wilhelm:
"So ist das, was man beim Anschauen sieht, nur Form und Farbe, was man beim Hören vernimmt, nur Name und Schall. Ach, daß die Weltmenschen Form und Farbe, Name und Schall für ausreichend erachten, das Ding an sich zu erkennen! Form und Farbe, Name und Schall sind wirklich nicht ausreichend, um das Ding an sich zu erkennen. Darum: >>Der Erkennende redet nicht; der Redende erkennt nicht.<< "(vgl. Laozi 56) 
Wilhelm, Richard: Das wahre Buch vom südlichen Blütenland/Dschuang Dsi. München: Hugendubel 2002, S. 153




Über Gefühle

"Eine Regierung sollte eine Armee nicht aus Zorn mobilisieren; militärische Führer sollten einen Krieg nicht aus Wut provozieren. Zorn kann sich in Freude kehren, Wut kann sich in Entzücken wandeln, aber eine zerstörte Nation kann nicht wiederhergestellt und die Toten können nicht wieder zum Leben erweckt werden."
Sunzi
Cleary, Thomas (Hrsg.): Wahrhaft siegt, wer nicht kämpft. Die Kunst des Krieges/Sunzi. Übers. aus dem Engl. Ingrid Fischer-Schreiber.  4. Aufl. München: Piper 2003, S.44
Das Buch Sunzi ist mehr als 2000 Jahre alt und von einem General verfasst, dessen Strategien heute noch interessante Aspekte zahlreicher Lebensbereiche beleuchten. Es hat keinen ethischen Charakter sondern ist auf Praktikabilität und Effizienz ausgerichtet. Mit möglichst geringem Aufwand soll ein größtmögliches Ergebnis erreicht werden.

Das vergängliche Wesen der Gefühlswelt soll nicht Motivation des Handelns in Streitfragen sein, Wut und Zorn sollten sich nicht in materieller Form manifestieren, da die materielle Form nur schwerlich  zurückzuführen ist, anders als die wandelbare Emotionswelt.




Über die Leere

"...So ist die Leere die Wurzel von allem in der Welt.
Im Altertum diente dafür der Bambus als Vergleich:
Direktheit im Umgang mit allen Angelegenheiten,
Anpassung im Umgang mit der Welt,
Weichheit im Umgang mit dem Herzen,
Ruhe im Umgang mit dem Körper:
Das entspricht der Festigkeit der Bambusknoten.
In der Bewegung die Gefühle vergessen,
in der Stille die Gedanken vergessen,
in Resonanz mit dem Ursprung das Ich vergessen,
in Resonanz mit den Wandlungen alle Angelegenheiten vergessen:
Das entspricht der Leere im Inneren des Bambus."

Darga, Martina (Übers.): TAO – Wege der taoistischen Lebenskunst. München: O.W. Barth 2014, S.88f., Zhonghe Ji, Kap.4, [S.9b-10b]

Das Herz im chinesischen Sinne beinhaltet Emotionen, Denken, Motivation, Wille, Erinnerung und Wissen. Mit dem Ursprung ist das Dao gemeint. Die "Wandlungen" beschreiben in der alten chinesischen Philosophie das Prinzip der steten Veränderung aller Dinge.




"Wenn die Menschen einen nicht anerkennen, und man doch keinen Groll darüber empfindet, ist das nicht auch ein Edler?"
Konfuzius: Lunyu (Gespräche), Übers. Ommerborn, Wolfgang. Kap. 1.1.. Zeitschrift f. Qigong Yangsheng 2017
 



Aller Menschen Leben
benötigt Zufriedenheit.
Hast du Angst, verlierst du deine innere Ordnung.
Verspürst du Ärger, verlierst du deine innere Aufrichtung.
Herrschen Angst, Trauer, Freude oder Ärger,
gibt es keinen Platz mehr für das Dao.
Fühlst du Liebe und Verlangen, dann beruhige sie.
Treten Dummheit und Unordnung auf, dann ordne sie.
Ziehe nicht, schiebe nicht –
Das Glück wird von selbst zurückkommen,
auch das Dao wird von selbst kommen.
Du kannst Dich seiner Führung anvertrauen.
Bist Du ruhig, erhältst du es.
Bist Du rastlos, verlierst Du es."

Neiye – Inneres Arbeiten
Darga, Martina (Übers.): TAO – Wege der taoistischen Lebenskunst. München: O.W. Barth 2014, S. 94

Das Neiye ist Teil den Buches Guanzi, des Meisters Guan, und geht auf die Kompilation von Liu Xiang (79 - 8 v. Chr.) zurück. Der Text selbst wird auf 350 - 300 v. Chr. datiert und hatte großen Einfluss auf die Theorie und Praxis der Selbstkultivierung im Daoismus, auch wenn er selbst keiner philosophischen Richtung zuzuordnen ist. Er ist das früheste Werk, das die tägliche Selbstkultivierung durch Harmonisierung von Essenz (wird ggf. durch den Liebesakt geschwächt) und Qi sowie die Reinigung des Herzens empfiehlt. Diese Methoden haben das Ziel, Geist und Dao in sich aufzunehmen, die als Kräfte außerhalb des Menschen verstanden werden.
Vgl. Darga, Martina: TAO – Wege der taoistischen Lebenskunst. München: O.W. Barth 2014, S. 254




„Das Dao ist die höchste Wirklichkeit und die höchste Subtilität, und es gibt nichts, das nicht von seiner Leere durchdrungen wird.“

Darga (Übers.) 2014: Daojiao Yishu – Schlüssel zur Bedeutung der daoistischen Religion [Kap.1, S. 1b]




Das Dao wird als Nicht-Seiendes (wu) im Gegensatz zum Seienden (you) beschrieben. Es sei die höchste Leere, heißt es. Nur im Zustand dieser absoluten Leere liege die Möglichkeit, die ganze Welt der Dinge, Formen und Gestalten, auch Gedanken und Gefühle im Keim zu enthalten.1 Es ist der Ursprung der „zehntausend Dinge“. Daher findet es häufig in seiner mütterlichen Eigenschaft Erwähnung. Der Mensch entstammt dem Dao und entwickelt sich bestenfalls in diesen Urzustand  zurück. Da die Welt aus dem Dao kommt, ist alles von ihm durchdrungen und unterliegt seinen Gesetzmäßigkeiten. Nähert man sich diesen Gesetzmäßigkeiten an, so ist es, als ob man mit dem Strom schwimmt. Entfernt man sich von ihnen, entstehen verstärkt Reibungsverluste.2 Praktiziert man Qigong, so ist dies eine Methode der Annäherung an diese Muster - eine Annäherung an die Leere, die Weite und Offenheit.
1Vgl. Darga, Martina: TAO – Wege der taoistischen Lebenskunst. München: O.W. Barth 2014, S. 30
2Vgl. Kohn, Livia: in Zeitschrift f. Qigong Yangsheng 2017. Hrsg. Med. Ges. f. Qigong Yangsheng., S.74




„Das Dao ist grundsätzlich höchste Leere. Die höchste Leere ist ohne Gestalt. Ihr Ende liegt in dem, was ohne Ende ist. Ihr Anfang liegt in dem, was ohne Anfang ist.“
Darga, Martina (Übers.): Tao - Wege der taoistischen Lebenskunst. München: O.W. Barth 2014, S. 37,
Zhonghe Ji, Kap.1, [S. 4a]

Autor des Zhonghe Ji ist Li Daochun (ca. 1219-1296). Er stammte aus der heutigen Provinz Hunan, war Daoist und Abt des Tempels des Langen Lebens in Yizhen. Sein Schüler Cai Zhiji sammelte die philosophischen Abhandlungen, Gedichte, Lieder und Dialoge. Er gab sie im Jahr 1306 heraus. Das Werk beinhaltet Gedanken über die letzte Wirklichkeit, die Ureinheit, und komplementäre Paare wie Körper und Geist, Ruhe und Bewegung, Substanz und Funktion, Kontraktion und Expansion usw.. Interessant ist u.a. die zentrale Aussage der Übereinstimmung eines authentischen Kerns der drei Lehren Konfuzianismus, Buddhismus und Daoismus. Das völlige Erwachen des Buddhismus, das Allerhöchste (taiji) des Konfuzianismus und das Goldene Elixier der daoistischen Inneren Alchemie (jindan) setzt er gleich.
Vgl. Darga, S. 262




Der Geist des Herzens (xin) in der alten chinesischen Philosophie

Der Geist des Herzens umfasst Emotionen, Denken, Motivation, Wille, Erinnerung und Wissen. Er kann offen und fließend sein oder aber kontrolliert und geregelt, den Menschen strukturierend nach Vorlieben und Abneigungen. Ein Geist, der sich auf die Gestaltung der Welt nach seinen Wünschen konzentriert, nimmt diese nur noch partiell und durch seine Urteile gefärbt wahr und ist daher eingeschränkt. Ein Geist des Herzens, der sich frei bewegen kann, frei fließt und mit einer Haltung der Offenheit der Welt entgegentritt, geht einher mit tiefer Erfüllung und deutet auf einen höheren Bewusstseinszustand hin.

Vgl. Livia Kohn: Zeitschrift f. Qigong Yangsheng 2017. Hrsg. Med. Ges. f. Qigong Yangsheng., S.69 ff.




Der spirituelle Geist (shén) in der alten chinesischen Philosophie

„Der reine spirituelle Geist reicht in die vier Richtungen und fließt überall. Er erstreckt sich ganz weit und nirgendwo ist er nicht vorhanden. Oben reicht er in den Himmel; unten windet er sich auf der Erde. Er wandelt und nährt alle Dinge, aber niemand kann sein Form ausmachen. Er ist eins mit dem Kosmos (Zhuangzi, Kap. 15).“… „Eine aktive konfigurierende Kraft, eng mit dem Dao verbunden, hat der spirituelle Geist einen wandelnden Einfluss auf die Person, ist jedoch in sich ohne Grenzen und frei von allen Bewertungen und Urteilen, im Grunde kerngesund, stark und robust…(Lewis 2006, 22)… Er ist ganz in unserem Leben zu Hause und wohnt tief in unserer körperlichen Form. (Kuriyama 1999, 167) Im Geist ganz zu sein bedeutet, dass man ihn anstelle der Sinne zu Wahrnehmung und Reaktion benutzt… Der Geist ist stark, stärker als der Körper, und solange man mit dem spirituellen Geist eins ist, kann man die physische Form sich ändern lassen … Der Körper, der mit diesem Geist verbunden ist, stellt „einen grenzenlosen Organismus von unendlichen Dimensionen“ dar… (Er indiziert auch I.K.), dass der menschliche Körper ein Teil eines größeren sozialen und kosmischen Korpus ist… und seine Substanz mit allen Menschen teilt. (Sommer 2010, 223)

Zit. nach Livia Kohn: Zeitschrift f. Qigong Yangsheng 2017. Hrsg. Med. Ges. f. Qigong Yangsheng., S.72 ff.

Literatur:

Lewis, Mark Edward: The Construction of Space in Early China. Albany: State University of New York Press 2006, S. 22
Kuriyama, Shigehisa: The Expressiveness of the Body and the Divergence of Greek and Chinese Medicine. New York: Zone Books 1999, S. 167
Sommer, Deborah: Concepts of the Body in the Zhuangzi. In Experimental Essays on Zhuangzi, edited by Victor H. Mair, S. 212-27. Dunedin, Fla.: Three Pines Press 2010, S. 223